Frieden
Und als die fetten Wolken vorübergezogen waren
und den sichelförmigen Mond
in seinem strahlend weißen Kleid zurückließen
als nichts zu hören war
als Tchaikovskys 1.Klavierkonzert
das Rauschen des Windes in den Pappeln
und das weit entfernte Hämmern eines Preßlufthammers
(von einer Nachtbaustelle)
überkam mich ein unendlicher Frieden
eine unermeßliche Ruhe und Zufriedenheit
ein Gefühl das alle Unzulänglichkeiten
die mich die letzten Tage geplagt hatten
aufsog und für immer wegnahm.
Ich erkannte, daß ich nicht am Meer sitzen mußte
um Freiheit zu spüren
um Weite zu empfinden
um eine Ahnung von Liebe zu bekommen.
Ich verstand, daß der Frieden immer da war
in mir war
wenn ich ihm nur ein Fenster öffnete
und ihn heraus ließ.
Er konnte auf all meinen Reisen dabei sein
und ich brauchte nicht einmal den größeren Koffer zu nehmen
ich durfte nur nicht darauf vergessen
sein Fenster zu öffnen.
