Archive for August, 2006

Namaste Nepal!

Freitag, August 18th, 2006

Am Dienstag und Mittwoch liefen auf ARTE die zwei Teile der Doku „Flug über den Everest .“ Der Film zeigte den italienischen Extremsportler Angelo d'Arrigo, der mit einem Hängegleiter in 9000m Höhe den Everest überflog. Atem beraubende Aufnahmen. Ein schier unmögliches Unterfangen. Aber es gelang, nach langer, aufwendiger und ungewöhnlicher Vorbereitung. Er trainierte monatelang gemeinsam mit nepalesischen Adlern, wollte den Flug über das Dach der Welt mit ihnen gemeinsam vollbringen, aber dazu kam es nicht…

Er stieg von Nepal aus auf, über Lukhla, hoch zum Base Camp. Die gleiche Route, die ich im vergangenen Jahr gegangen bin. Angelo ist aber bis 7800 Meter gekommen (allerdings nach jahrelanger intensiver Vorbereitung.) Ich musste bei 4200m umkehren, nachdem ich 5 Nächte nicht geschlafen hatte. Eine der heimtückischen Auswirkungen von Höhenkrankheit. Die Doku ist für Bergfreunde absolut empfehlenswert und wird am 22. August um 17.20 Uhr wiederholt.

Ich habe soviel wieder erkannt in diesem Film. Mein Herz jubilierte. Ich möchte wieder nach Nepal. Vielleicht schon im nächsten Jahr. Beim nächsten Mal werde ich zuerst zur Akklimatisation in die Region Milke Danda fahren, dem schönsten und reichsten Rhododendrenwald Nepals, die zwischen 2600 und 3000m liegt. Zur Blüte Ende April, Anfang Mai muss dies unglaublich sein. Ich kenne bislang nur Fotos davon, aber die versprechen Großes. Danach möchte ich noch einmal den Aufstieg bis zum Everest Base Camp wagen.

Ich kann jedem Nepal nur wärmstens ans Herz legen. Nie habe ich herzlichere, schönere, freundlichere, bescheidenere Menschen getroffen als in diesem wunderbaren Land. Nie zuvor habe ich soviel Lächeln und Freude gesehen. Wer in Kathmandu absteigt, dem kann ich nur wärmstens das Garden Hotel empfehlen, ein wunderschönes Hotel, mit sauberen Zimmern, großem Garten, Pool und hinreißenden Angestellten. Es ist nicht teurer als das Kathmandu Guest House in das alle gehen, aber idyllischer und ruhiger, und nur wenige hundert Meter von Thamel (dem Zentrum) entfernt.

In meinem Buch GANZ WEIT DRAUSSEN, ist auch ein Lobgesang auf Nepal, „Namaste, Nepal!“ Ich habe versprochen in meiner Heimat von Nepal zu erzählen, und das tue ich so oft ich kann. Besucht Nepal! Es lohnt sich!

Namaste! (=Ich grüße das Göttliche in dir!)

 

Rock and Roll

Mittwoch, August 16th, 2006

Ich habe mich sehr gefreut, heute im Netz eine Seite gefunden, die davon berichtet, dass es Diamond Dave gut geht. Folgendes Gedicht von Dave ist darauf zu finden. Er hat es kürzlich im Brainwash  einem Waschsalon mit angeschlossener Bühne, in der mich 2001 im Film PIGS WILL FLY dem Publikum vorstellte vorgetragen:

take what you need
give what you can
nwhere you can
when you can
however you can
in other words
lend a hand

And what happens then?
strangers become friends
friends become family
family becomes community
and community on the move
that's the movement

we were brought together for a reason
and that reason is that we love one another
we were brought together for a reason
and that reason is that we heal one another
we were brought together for a reason
and that reason is
that we complete one another
we were brought together
for a reason
and that reason is
that we complement one another
like
yin and yangleft and right
up and down
man and woman

ROCK AND ROLL

 

Diamond Dave

Montag, August 14th, 2006

Die Sonne lacht. Ich lese mein überarbeitetes Manuskript und korrigiere die Korrekturen der Lektorin. Sie hat so gut wie gar nicht in meinen Stil eingegriffen. Das ist beruhigend.

Vergangene Nacht, als ich die ersten Geschichten las, blieb ich bei Diamond Dave hängen, einer Erzählung über meine Begegnung mit der Legende Diamond Dave Whitaker in San Francisco im Jahr 2001. Im September genau zu sein. Am 21. Ich war in San Francisco als die Twin Towers einstürzten. Wir haben damals einen Film vorbereitet. Pigs will fly von Eoin Moore. Der Film lief dann 2003 in Deutschland in den Kinos. Mit bescheidem Erfolg. Zumindest die Filmkritiker mochten ihn.

An jenem Morgen des 11. September war ich wie jeden Morgen laufen. Drehte meine Runde durch den Golden Gate Park, am Ozean entlang, durchs Presidio. Eoin saß mit offenem Mund vor dem Fernseher als ich zurückkam. Da hab ich es dann gesehen. Begreifen konnte ich es lange nicht.

Ich wollte schon lange ein Hörspiel über Diamond Dave schreiben, denn er ist einzigartig. Er hat es verdient. Er ist nicht nur der Entdecker und erste Mentor Bob Dylans, er ist auch ein ganz wunderbarer Mensch. Der letzte der in der Sprache der Beat-Generation spricht. Rhythmisch. Pointiert. So stellte er mich im Film auch einem kleinen Publikum vor, als ich Gedichte vorlas: „A gentleman and a scholar. A man whose words always bring a smile to our lips. Let’s hear it for Walter!“

Ich sollte dieses Hörspiel schreiben. Jetzt. In den nächsten Wochen. Solange er noch lebt. Denn er ist alt. Ich habe vor 3 Jahren in SF Tonaufnahmen mit ihm gemacht, als Vorbereitung für das Hörspiel. Damals lebte er mit einem seiner Söhne in einem Zimmer einer WG. Er hat kein Geld, bekommt keine Pension. San Francisco ist teuer. Ich wollte ihn auch gerne für dieses Hörspiel bezahlen. Gut bezahlen. Denn jemand wie er hätte sich einen würdevolleren Altersabend verdient.

Aber es ist soviel passiert seitdem. Ich bin nicht dazu gekommen, oder habe vergessen es zu schrieben. Ich habe ein Jahr in Irland und Prag an Tristan und Isolde gearbeitet, da hat mir der Wind sowieso alle Gedanken weggeblasen. Ich hab 2 Drehbücher geschrieben, ein Buch mit Kurzgeschichten (an dem ich gerade zugange bin), eine Serie, und mehrere Fernsehfilme gedreht. Und ich bereite zwei eigene Filme vor. Ganz schön viel, fällt mir auf!

Je älter ich werde, desto wertvoller wird die Zeit. Meine Tage werden immer knapper, es gibt immer mehr was ich tun will. Je mehr ich begreife, desto mehr möchte ich mich engagieren, möchte Dokumentarfilme drehen, Bücher schreiben, aufklären.

Ich werde das Hörspiel über Dave noch in diesem Herbst schreiben. Ich will wieder nach San Francisco. Ich hoffe, ihn wieder zu sehen, den Dinosaurier, den alten Beatnik, mit dem schlappen Lederhut, dem gebrochenen Brillenbügel, der Habichtsnase und dieser unvergleichlichen Stimme. Wie sagt er immer so schön und rhythmisch: casting a white net, finding the common threat, letting life flourish!”

 

Mein neues Buch

Freitag, August 11th, 2006

Ich bin dabei, ein Buch mit Kurzgeschichten, die ich in den letzten zehn Jahren geschrieben habe, zu veröffentlichen. Ich freue mich sehr in Christine Praml (Magic Buchverlag www.magicbuchverlag.de) eine engagierte Verlegerin gefunden zu haben, der jedes einzelne ihrer Bücher sehr am Herzen liegt und mit der die Zusammenarbeit Spaß macht. Sie steckt viel Energie in dieses Buch. 2000 habe ich mein erstes Buch OPEN , eine Auswahl von Kurzgeschichten und Gedichten, im Eigenverlag heraus gebracht. Dies war ein sehr persönliches Buch, eigentlich mehr für mich selbst als für Leser geschrieben. Da ich zu jener Zeit als Schauspieler sehr beschäftigt war, hatte ich nur wenig Zeit mich um die Vermarktung und um Lesungen zu kümmern. Das soll diesmal anders werden. Ich freue mich auf dieses Buch, auf sein Erscheinen, und auf die Lesungen die ich damit halten werde. Wir haben uns vor wenigen Tagen auf den Titel geeinigt: GANZ WEIT DRAUSSEN. Ein guter Titel. Am Cover arbeiten wir noch. Sein eigenes Buch zu gestalten, oder mitzugestalten ist sehr aufregend und aufwühlend. Es ist schwer sich auf Farben, das Aussehen und die Schrift festzulegen. Der Verlag hat darauf bestanden, dass auf der Vorderseite ein Foto von mir sein sollte. Ich habe mich anfangs gesträubt, mich dann aber doch überzeugen lassen. Ich denke, wir haben uns auf eines geeinigt. Aber ich habe jeden Tag neue Ideen, gestalte immer wieder neue Entwürfe, weil ich will, dass dieses Buch mir selbst gefällt. Ich will stolz darauf sein. Es sollte so sein, dass ich selbst kaufen würde. Mit Büchern und Filmen ist es wie mit allem im Leben: sie sind eigentlich nie fertig. Man könnte sie immer besser machen. Mit jedem Tag lernt man Neues, entwickelt sich weiter. Der schwierigste Schritt ist, irgendwann einmal einen Strich zu ziehen, und zu sagen: „So, das ist es! Nun ist es fertig!“ Aber nur wenn man in der Lage ist, eine Sache abzuschließen, sie loszulassen, hat man Raum und Energie, um etwas Neues zu beginnen. Und das will ich. Ich bin voller Tatendrang. Denn es gibt viel zu tun.

deutsche sprache

Montag, August 7th, 2006

Hallo!

Am 6. August schrieb Detlef Guertler im taz blog wortistik unter dem Titel "rilkig" einige interessante Gedanken zum Wort "einregnen." 

Ich persönlich finde “einregnen” ein sehr hübsches Wort, wenngleich es natürlich leicht depressive, destruktive Tendenzen zeigt. „Rilkig“ hingegen find ich absurd. Das ist kein Wort, war aber zum Glück auch nicht ernst gemeint.

Es gibt aber im modernen deutschen Sprachgebrauch eine Menge absolut dummer Worte, oder besser gesagt Wortverfehlungen: zum Beispiel nervt mich nach all den Jahren immer noch, wenn Sportler und Journalisten von der „Olympiade“ reden und zu berichten glauben. Zu einer Olympiade zu fahren ist ein lustiges Unterfangen, denn die ist echt groß und irgendwie schwer zu fassen, bestenfalls vergleichbar mit: „in ein Zeitloch fallen.“ Von der Olympiade zu berichten ist ein beachtliches Vorhaben, denn es tut sich viel in vier Jahren. Die meisten Sportjournalisten wissen tatsächlich nicht, dass es sich dabei nicht um einen Wettbewerb, sondern um eine Zeiteinheit handelt, um die zeit zwischen zwei Olympischen Spielen. Ich wünsche mir immer wieder, es könnte ihnen endlich jemand erklären. Vielleicht haben sie da ja Verbindungen und können Klarheit schaffen.

Ein ganz neues Ungetüm scheint mir das Wort „Autoren.“ Nein, nicht die Mehrzahl, nein, nein. Immer öfter höre ich in der Filmbranche davon, dass ein Produzent sich mit einem Autoren trifft, was mich immer sehr verwirrt. Handelt es sich dabei um eine gespaltene Persönlichkeit, um siamesische Zwillinge, um eine künstliche Intelligenz, oder einfach nur um totale Ignoranz gegenüber der deutschen Sprache? Selbst in Zeitungen habe ich schon von „einem Autoren“ gelesen. Ich fände Detlef Guertlers Meinung dazu interessant. Er ist doch einer. Oder Zwei?

Dazu, dass er das Wort "einregnen" in keiner anderen Sprache als der deutschen finden konnte, fällt mir nur ein: versucht es doch mal mit dem Wort "Schadenfreude." Das gibt es nämlich auch in keiner anderen Sprache. In den USA wird dafür das deutsche Wort verwendet. Was sagt das über uns aus?

Thomas Morris

 

 

johnny rockets

Freitag, August 4th, 2006

 Die besten (auch vegetarischen) Burger!

Ich habe soeben für mich das bloggen entdeckt und bin dabei auf zwei Artikel gestoßen, die ich sehr interessant fand. sowohl Boris vom "Stern"   als auch Stoiker von der "Süddeutschen" (von deren Filmbibliothek ich mir übrigens kürzlich 4 weitere Meisterwerke geholt habe) beschäftigen sich mit dem Thema Fastood, speziell mit dem Thema Burger.

Ich werde im Herbst ein Buch mit Kurzgeschichten veröffentlichen (Magic Buchverlag). Eine Geschichte trägt den Titel "Johnny Rocket's." Dies ist auch der Name meiner Lieblings-Burger-Kette in den USA, die mit dem „Streamliner“ nicht nur den besten vegetarischen Burger der Welt macht, sondern auch noch die besten Pommes und den weltbesten Schoko-Milchshake im Programm hat. Ein Besuch lohnt sich wirklich, weil nicht nur das Essen hervorragend ist, sondern auch der Service. Es handelt sich nämlich tatsächlich um ein Restaurant. Man sitzt also an Tischen, es gibt sehr freundliche Kellner, und man kann sich Zeit lassen. Der Johnny Rocket's on 3rd street in Santa Monica bietet obendrein noch einen herrlichen Ausblick auf das verrückte Treiben (Musiker, Gaukler, …) dieser schrägen Fußgängerzone - ein Muss für jeden Los Angeles-Besucher!

Obendrein sind die Restaurants von Johnny Rocket's auch noch im 50er-Jahre-Diner-Stil, also mit roten Kunstleder-Sitzecken eingerichtet, so wie diese Restaurants ursprünglich wirklich waren. Im Hintergrund läuft leise 50er-Rock'n Roll, das Essen wird nach der Bestellung frisch zubereitet, duftet und schmeckt einfach toll.

Ich kann nicht begreifen, wie jemand freiwillig zu Mc Donald's gehen kann, vor allem in den USA, wo es echte Burger-Alternativen gibt. In'N Out find ich übrigens auch gut, aber Johnny Rocket's ist meine Nummer 1. Hatte ich das schon gesagt?

Für Interessierte habe ich die Kurzgeschichte "Johnny Rocket's" selbst gesprochen und bearbeitet, und stelle sie hier auf dieser Seite kostenlos als podcast zum Download zur Verfügung. In der kurzen Geschichte geht es um einen freien Nachmittag, an dem ich an meinem Lieblingsplatz im Johnny Rocket's an Fillmore street in San Francisco sitze und das Leben drinnen und draußen beobachte. Viel Spaß dabei!

Sonnige Grüße

Thomas

Listen Now:


icon for podpress  johnny rockets von Thomas Morris [3:57m]: Play Now | Play in Popup | Download