Archive for Oktober, 2006

The world’s fastest indian

Sonntag, Oktober 29th, 2006

Ich habe soeben den neuseeländischen Film Mit Herz und Hand (The World's Fastest Indian) mit Sir Anthony Hopkins gesehen und bin davon noch sehr verzaubert. Obwohl ich früher kein Fan seiner Schauspielkunst war, da ich fand, dass er oft zu viel, zu deutlich spielte, mag ich seine letzten Filme sehr. Auch wenn er mittlerweile erschreckend alt aussieht, so ist sein Spiel doch erfrischend, kraftvoll und bewegend. Ich kann den Film allen Freunden leiser Töne sehr empfehlen.

Kopfleuchten

Freitag, Oktober 27th, 2006

Gestern lief um 00:05 Uhr auf 3sat die Doku "Rot sind manche blaue Blätter" von Beate Thalberg. Der Film gibt seltene Einblicke in das Leben und Arbeiten psychisch kranker Künstler, die in dem kleinen Ort Gugging bei Wien leben. Das "Haus der Künstler" auf dem Gelände einer Nervenklinik wurde 1981 von dem Psychiater Leo Navratil gegründet. Seitdem haben Künstler wie Johann Hauser, August Walla und Johann Korec Werke geschaffen, die unter anderem das "MoMA" in New York und das Setagaya-Museum in Tokio zu Höchstpreisen angekauft haben. Eine Zeile des Gugginger Wortkünstlers Ernst Herbeck gab den Filmtitel: "Rot sind manche blaue Blätter".
Das erinnerte mich an den Film "Kopfleuchten" von Mischka Popp und Thomas Bergmann, den ich vor 6 Jahren völlig fasziniert im Fernsehen sah. Ich habe darüber, über die"geisteskranken Künstler" in Gugging eine Kurzgeschichte mit gleichem Titel verfasst, die in meinem Buch GANZ WEIT DRAUSSEN zu finden ist.

Das richtige Cover

Montag, Oktober 23rd, 2006

Seit zwei Wochen sind wir (Verlag, Druckerei & ich) dabei das Cover meines Buches zu erstellen, was sich schwieriger gestaaltet als ich je gedacht hätte. Anders als beim guten alten Offsetdruck wird heute beinahe alles über Computerdateien gedruckt, was zur Folge hat, dass die Farben immer anders werden als geplant, weil jeder Bildschirm und jeder Drucker anders eingestellt sind. Ich habe am Samstag den neuen Probedruck der Druckerei erhalten und fand ihn wieder zu rotstichig. Ich bin froh eine geduldige Verlegerin zu haben. Wir machen also weitere Probeabzüge, bis die Farben so sind, dass wir alle damit zufrieden sein können. Das Erscheinen meines Buches verzögert sich dadurch leider und wird wohl nicht vor Mitte November sein. Aber dieses Jahr scheint ohnehin eine Lernaufgabe für mich zu haben: Geduld und Beharrlichkeit! (sind eigentlich zwei, macht aber nichts)

FURCHT VOR DER ANGST

Freitag, Oktober 20th, 2006

FURCHT VOR DER ANGST

Und ich fand mich wieder
sehnend
nach der Umarmung von morgen
wartend
auf etwas Großes
wissend
daß es nichts Größeres gibt
als das Jetzt.

Unfähig das alte Hemd abzustreifen
zweifelnd
an der eigenen Stärke
ängstlich
aus Furcht vor der Angst
trauernd
ob des Bekannten
das ich zurücklassen werde.

Eine unbequeme Wahrheit

Sonntag, Oktober 15th, 2006
Am Freitag habe ich im Delphi in Berlin den Dokumentarfilm Eine unbequeme Wahrheit (USA, 2006) gesehen und kann ihn nur wärmstens weiter empfehlen. Nicht dass er sehr viel Neues erzählt (obwohl er das für den einen oder anderen leider vielleicht sogar tun mag), aber Al Gore, der ehemalige Vize-Präsident der USA zeigt in seinen Vorträgen, die Inhalt des Films sind, sehr eindringlich wie ernst die Lage in Bezug auf eine gewaltige Klimakatastrophe ist. Auch die Tatsache, dass ein (ehemaliger) amerikanischer Spitzenpolitiker sich so für die Sache einsetzt ist nicht neu, denn bereits im Jahr 1980 wurde unter dem leider wenig populären Präsidenten Jimmy Carter ein Bahn brechender wissenschaftlicher Bericht veröffentlicht: Global 2000. In Carters Auftrag hatten damals weltweit führende Wissenschafter eine düstere Prognose für das Jahr 2000 erstellt – unter der Annahme, dass das Bevölkerungswachstum, die Ausbeutung des Planeten und die Umweltverschmutzung unvermindert weiter gehen würden. Und alles was sie voraussagten, hat sich nicht nur bewahrheitet, sondern wird derzeit sogar übertroffen. Ich kann den Film Eine unbequeme Wahrheit nur allen Menschen, die sich Gedanken über sich und ihr Tun machen ans Herz legen. Wer nähere Informationen zum Klimaschutz sucht, findet diese unter anderem bei Greenpeace .

O living always!

Freitag, Oktober 13th, 2006

Seit Wochen suche ich eine deutsche Übersetzung eines meiner Lieblingsgedichte von Walt Whitman: O living always, always dying!
Da ich auch in alten Whitman-Büchern keine finden kann, habe ich es notdürftig selbst übersetzt. Sollte jemand da draußen eine Übersetzung kennen, oder wissen, wo eine abgedruckt ist, würde ich mich darüber sehr freuen. Hier das zeitlose Original.

O living always, always dying

O living always, always dying!
O the burials of me past and present,
O me while I stride ahead, material, visible, imperious as ever;
O me, what I was for years, now dead, (I lament not, I am content;)
O to disengage myself from those corpses of me, which I turn and look at where I cast them,
To pass on, (O living, always living!) and leave the corpses behind.

(Walt Whitman) 

Frieden

Donnerstag, Oktober 12th, 2006
Frieden
 
Und als die fetten Wolken vorübergezogen waren
und den sichelförmigen Mond
in seinem strahlend weißen Kleid zurückließen
als nichts zu hören war
als Tchaikovskys 1.Klavierkonzert
das Rauschen des Windes in den Pappeln
und das weit entfernte Hämmern eines Preßlufthammers
(von einer Nachtbaustelle)
überkam mich ein unendlicher Frieden
eine unermeßliche Ruhe und Zufriedenheit
ein Gefühl das alle Unzulänglichkeiten
die mich die letzten Tage geplagt hatten
aufsog und für immer wegnahm.
Ich erkannte,
daß ich nicht am Meer sitzen mußte
um Freiheit zu spüren
um Weite zu empfinden
um eine Ahnung von Liebe zu bekommen.
Ich verstand, daß der Frieden immer da war
in mir war
wenn ich ihm nur ein Fenster öffnete und ihn heraus ließ.
Er konnte auf all meinen Reisen dabei sein
und ich brauchte nicht einmal den größeren Koffer zu nehmen
ich durfte nur nicht darauf vergessen sein Fenster zu öffnen.
 
Thomas Morris 

Fast bis nach Norwegen

Mittwoch, Oktober 4th, 2006

Wir mussten die Dreharbeiten an unserem Norwegen-Film leider nach wenigen Tagen wegen Krankheit in Schweden abbrechen und in unseren Wohnmobilen zurück fahren. Somit konnten wir den Tag der deutschen Einheit überraschend in Berlin verbringen. Nach feiern war uns allen nicht zumute. Da waren viel Traurigkeit und Enttäuschung. Das Schlimmste für alle Beteiligten war, dass wir es nicht einmal bis Norwegen geschafft haben. Vermutlich werden wir die Dreharbeiten aus Wettergründen erst im Frühjahr fortsetzen können.