Archive for November, 2006

Trübe Tage

Donnerstag, November 23rd, 2006

Dies sind die härtesten Tage des Jahres. Der Herbst ist schon zur Tür raus, der Winter noch nicht zu sehen, die Sonne hinterlässt nichts als Schatten. Trüb sind die Gedanken, träge die Glieder. Das Jahr ist noch nicht rum, aber alle reden schon davon, dass es so gut wie vorüber ist und mit Entscheidungen vor Januar nicht zu rechnen ist. Die Weihnachtskakteen blühen, aber es ist noch so unweihnachtlich. Fast so, als ob man mit dem Aufzug zwischen zwei Stockwerken feststeckt. Man kann rütteln, klingeln, rufen und rumhampeln. Keiner scheint’s zu hören. Was bleibt, ist sich zurück zu lehnen und darauf zu warten, dass sich der Winter endlich dazu herablässt, zu erscheinen. Ich freue mich auf Schnee, Glühwein, Schifahren und Eislaufen. Ich freue mich auf klare Verhältnisse, auch wenn sie kalt und glatt sind. Hauptsache eindeutig. Was bleibt, ist sich zurück zu lehnen und geduldig abzuwarten. Nun denn.

Liebe und Frieden!

Mittwoch, November 15th, 2006

Gedanken sind Energie. Worte sind Energie. Sie verhallen nicht. Sie sind mächtig. Sie schaffen Realität. Man ist, was man denkt, und wie man denkt. Was du fürchtest bestimmt dein Leben. Deshalb verfolge ich mit Unzufriedenheit, dass Wolfgang Schäuble nicht müde wird, uns darauf hinzuweisen, dass wir in Deutschland großer Terrorgefahr ausgesetzt sind. Ich weiß nicht, ob sein diesbezügliches Engagement auf Unwissenheit (eher unwahrscheinlich), auf seine eigenen schlechten Erfahrungen (möglich), oder auf die Interessen irgendwelcher Lobbys zurückzuführen ist, die von der Angst der Menschen profitieren und ihn für seine ständigen Mahnungen reich belohnen (wahrscheinlich). Es würde mich also nicht wundern, wenn er nach seiner Amtszeit als Minister in irgendwelchen Aufsichtsräten von Firmen sitzen wird, die sich mit Terrorismusbekämpfung, mit dem Geschäft mit der Angst befassen und sich auf Staatskosten (also unser aller Geld) goldene Nasen verdienen. Interessant erscheint mir, dass er heute trotzdem verlautete, dass Deutschland eines der sichersten Länder der sei. Ich hoffe nur, dass es genug helle und positive Kräfte in diesem Land gibt, die seinem Pessimismus Positives entgegensetzen, und fordere somit jeden Einzelnen auf, sich nicht an der Schwarzmalerei des Innenministers zu beteiligen. Dazu fällt mir ein altes jüdisches Sprichwort ein:

Achte auf deine Gedanken, denn sie werden deine Worte,
achte auf deine Worte, denn sie werden deine Taten,
achte auf deine Taten, denn sie werden deine Gewohnheiten,
achte auf deine Gewohnheiten, denn sie werden deine Leben.

Love, peace and happiness to all of you!

Faschingskrapfen

Sonntag, November 12th, 2006

Gestern war Faschingsbeginn. Zumindest im Süden. Im Norden war Karnevalsbeginn. Und da ich im Norden wohne, bin ich vom Fasching ausgeschlossen und somit auch von den Faschingskrapfen, die mir daran immer das Liebste waren. Bei meiner Österreicherin in der Leonhardtstraße in Berlin-Charlottenburg werde ich sonst immer vorzüglich mit dem Nötigsten (wie guten Semmeln, Kornspitz, Käse, Kaffee,…) versorgt, aber ihre Krapfen sind leider staubtrocken und fad. Wie vermisse ich die Krapfen vom Anker in Wien, diese saftigen, mit Zucker bestaubten kleinen Leckerbissen mit Marillenmarmelade oder Vanille gefüllt. Waren die exquisit! Wer jetzt nach Wien reist, sollte dringend neben ganz vielen anderen tollen Dingen die es da zu tun gibt, eine Anker-Brot-Filiale aufsuchen, und einen krapfen probieren. Frohes Feiern, liebe Närrinnen und Narren!

Hallo, mein Name “Borat”

Freitag, November 3rd, 2006

Gestern sahen wir den Film BORAT in dem der britische Schauspieler Sacha Baron Cohen einen fiktiven kasachischen Journalisten spielt, der Amerika bereist, um dessen Kultur zu erkunden und seinem heimischen Publikum vorzuführen. Vermutlich habt ihr alle bereits die Trailer zum Film gesehen. Der eine oder andere ist davon bereits abgenervt, wie ich von Freunde hörte, aber ich kann nur allen - nicht nur den Freunden des schlechten Geschmacks - diesen Film ans Herz legen, weil er all das bietet, was deutsche Filme sich nicht trauen: er macht vor nichts und neimand halt, verarsch und entlarvt die unterschiedlichsten Menschen aus den unterschiedlichsten Schichten. Der Film ist witzig und bissig und sehr sehr clever. Der Film macht Laune. Und er macht Sacha Baron Cohen vermutlich sehr sehr reich. Geht trotzdem rein. Viel Spaß dabei!