Archive for Dezember, 2007

Mein Weihnachtswunsch

Dienstag, Dezember 18th, 2007

Sie fragte mich, was ich mir zu Weihnachten wünschte, und ich sagte … „Nichts“ … denn ich dachte sofort an einen materiellen Wunsch, und ich hatte keinen. Ich war in der Situation alles zu besitzen was ich so brauchte … nicht, dass ich mich nicht über eine Zigarre oder eine Flasche Wein gefreut hätte … aber, ich konnte nicht sagen, dass ich mir etwas Spezielles wünschte, so wie ich es etwa als Kind getan hatte.Später als ich allein war fiel mir ein, dass ich mir doch etwas wünschte. Aber es war schwer zu erfüllen, weil es nicht käuflich war. Man konnte nicht am 23.Dezember in einen Laden laufen, die Kreditkarte auf den Tisch knallen und sagen: „Packen Sie es als Geschenk ein!“Ich wünschte mir von jedem Menschen Liebe, Offenheit und Ehrlichkeit, Wachsamkeit und Interesse an den Geheimnissen des Lebens. (Nein, ich war nicht betrunken, nur leicht angeheitert) Ich wünschte mir, dass man einander zuhören würde, mit Freude und Neugierde … ich wünschte mir mehr Staunen, mehr Lechzen nach Wissen und mehr Vertrauen. Vertrauen in sich selbst und in Gott.

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Diese gottverdammte Kälte

Freitag, Dezember 14th, 2007

Mir wehte ein eisiger Wind entgegen, als ich nach draußen trat. Ich schloss die Tür des Geschäftes hinter mir und ging auf meinen Wagen zu, der schräg gegenüber, auf der anderen Straßenseite, stand. Ich ging sehr vorsichtig, denn es lagen Eis und festgetretener Schnee auf dem Gehsteig. Ich hätte gerne meine Hände in den Jackentaschen vergraben, aber der verhärtete Schnee war so glatt, dass man jederzeit damit rechnen musste auszurutschen, und wenn man dann die Hände nicht bereit hatte, um sich abzufangen, fiel man hin wie ein Stück Holz. Mein Atem bildete kleine, weiße Wölkchen vor meinen Augen, die der Wind rasch weiter blies. Kaum eine Menschenseele war zu sehen, als ich auf die Straße trat, die sonst stark befahren war. „Das liegt wohl an der Kälte,“ dachte ich. „An dieser gottverdammten Kälte.“Und während ich an das kalte Lenkrad dachte, das ich gleich umklammern würde, und an meine Handschuhe, die ich heute Morgen daheim vergessen hatte, sprang plötzlich, mitten auf der Straße, ein kleines Männlein vor mir hoch und riss mich aus meinem Kälteschock. Es trug eine dicke, braune Kutte, mit einer dicken Kordel um den Bauch und fuchtelte wild mit den Armen. Mitten auf der verschneiten Straße turnte ein brauner Zwerg, als wollte er der Kälte ein Schnippchen schlagen….

Die ganze Geschichte und noch viele mehr finden sich in meinem Buch GANZ WEIT DRAUSSEN . 

Wir sind sehr zufrieden!

Dienstag, Dezember 11th, 2007

Ich eile mit einem Koffer, einem Laptop-Rucksack und einer Einkaufstüte bewaffnet durch den Bahnhof Zoo in Richtung Bahnsteig 1. Es ist 17.46 Uhr, noch 5 Minuten bis zur Abfahrt meines Zuges nach Prag. Ich quäle mich die Rolltreppe hoch und erreiche den Bahnsteig. Grade rechtzeitig, um zu erfahren, dass der EC 179 „Carl Maria von Weber“ circa 10 Minuten Verspätung hat. Gut. Durchschnaufen. Gepäck abstellen. Umsonst gelaufen.
Im Supermarkt habe ich noch eilig eine Flasche Wasser und eine Packung Zimtsterne gekauft – zur Einstimmung auf Weihnachten. Es ist Sonntag der 9. November und seit gut zwei Wochen sieht man bereits überall Weihnachtsmänner und Nikoläuse.
Nachdem ich zwanzig Minuten verschwitzt auf dem eisigen Bahnsteig gewartet habe, hält laut quietschend ein antiquarisch wirkender Zug vor mir. Verfroren belege ich eine Doppelsitzreihe im 1. Klasse-Großraumwagen. Außer mir ist da nur noch ein älteres Paar aus Dresden, einige Reihen vor mir. Sie hängen ihre Jacken ordentlich auf, setzen sich korrekt hin und er erklärt ihr geschäftig in breitem Sächsisch wie die Welt funktioniert. Sie scheint nicht zuzuhören, nickt aber regelmäßig, während sie unablässig aus dem Fenster sieht.
Der Zug fährt bereits, als die Tür zu unserem Abteil aufgeht und: Hamid erscheint. Noch abgehetzter als ich es zuvor war. Wir begrüßen einander. Er setzt sich in meiner Reihe auf den Einzelsitz auf der anderen Seite des Gangs. Er war nur fürs Wochenende heimgefahren, weil seine Frau Geburtstag hatte und er sie überraschen wollte. Insgesamt elf Stunden Zugfahrt für einen einzigen gemeinsamen Abend. Das muss Liebe sein. ……..

Die ganze Geschichte und noch viele mehr finden sich in meinem Buch GANZ WEIT DRAUSSEN .