deutsche sprache

Hallo!

Am 6. August schrieb Detlef Guertler im taz blog wortistik unter dem Titel "rilkig" einige interessante Gedanken zum Wort "einregnen." 

Ich persönlich finde “einregnen” ein sehr hübsches Wort, wenngleich es natürlich leicht depressive, destruktive Tendenzen zeigt. „Rilkig“ hingegen find ich absurd. Das ist kein Wort, war aber zum Glück auch nicht ernst gemeint.

Es gibt aber im modernen deutschen Sprachgebrauch eine Menge absolut dummer Worte, oder besser gesagt Wortverfehlungen: zum Beispiel nervt mich nach all den Jahren immer noch, wenn Sportler und Journalisten von der „Olympiade“ reden und zu berichten glauben. Zu einer Olympiade zu fahren ist ein lustiges Unterfangen, denn die ist echt groß und irgendwie schwer zu fassen, bestenfalls vergleichbar mit: „in ein Zeitloch fallen.“ Von der Olympiade zu berichten ist ein beachtliches Vorhaben, denn es tut sich viel in vier Jahren. Die meisten Sportjournalisten wissen tatsächlich nicht, dass es sich dabei nicht um einen Wettbewerb, sondern um eine Zeiteinheit handelt, um die zeit zwischen zwei Olympischen Spielen. Ich wünsche mir immer wieder, es könnte ihnen endlich jemand erklären. Vielleicht haben sie da ja Verbindungen und können Klarheit schaffen.

Ein ganz neues Ungetüm scheint mir das Wort „Autoren.“ Nein, nicht die Mehrzahl, nein, nein. Immer öfter höre ich in der Filmbranche davon, dass ein Produzent sich mit einem Autoren trifft, was mich immer sehr verwirrt. Handelt es sich dabei um eine gespaltene Persönlichkeit, um siamesische Zwillinge, um eine künstliche Intelligenz, oder einfach nur um totale Ignoranz gegenüber der deutschen Sprache? Selbst in Zeitungen habe ich schon von „einem Autoren“ gelesen. Ich fände Detlef Guertlers Meinung dazu interessant. Er ist doch einer. Oder Zwei?

Dazu, dass er das Wort "einregnen" in keiner anderen Sprache als der deutschen finden konnte, fällt mir nur ein: versucht es doch mal mit dem Wort "Schadenfreude." Das gibt es nämlich auch in keiner anderen Sprache. In den USA wird dafür das deutsche Wort verwendet. Was sagt das über uns aus?

Thomas Morris

 

 

One Response to “deutsche sprache”

  1. Detlef Guertler Says:

    Sorry, Mister Morris, ich bin bei der Deklination des Wortes Autor wesentlich leidenschaftsloser als Sie. Erstens weil das in den Bereich der Grammatik fällt, deren Regelschatz mir weniger wichtig ist als der Wortschatz, und zweitens, weil es durchaus sein kann, dass wir hier gerade live erleben, wie sich eben diese Deklination verändert. Das Deutsche ist hier auch nicht konsequent. Wir sagen des Motors und des Autors, aber des Toren. Wer des Autoren sagt, rückt den Autor sprachlich in die Nähe eben jenes Toren, was so verkehrt ja nun auch wieder nicht ist - anders als beim Motor handelt es sich jeweils um Menschen.
    Rein quantitativ besteht hingegen noch kein Grund zur Sorge: “des Autors” bringt es bei Google auf 9.430.000 Treffer, “des Autoren” gerade mal auf 244.000…

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