Trübe Tage
Dies sind die härtesten Tage des Jahres. Der Herbst ist schon zur Tür raus, der Winter noch nicht zu sehen, die Sonne hinterlässt nichts als Schatten. Trüb sind die Gedanken, träge die Glieder. Das Jahr ist noch nicht rum, aber alle reden schon davon, dass es so gut wie vorüber ist und mit Entscheidungen vor Januar nicht zu rechnen ist. Die Weihnachtskakteen blühen, aber es ist noch so unweihnachtlich. Fast so, als ob man mit dem Aufzug zwischen zwei Stockwerken feststeckt. Man kann rütteln, klingeln, rufen und rumhampeln. Keiner scheint’s zu hören. Was bleibt, ist sich zurück zu lehnen und darauf zu warten, dass sich der Winter endlich dazu herablässt, zu erscheinen. Ich freue mich auf Schnee, Glühwein, Schifahren und Eislaufen. Ich freue mich auf klare Verhältnisse, auch wenn sie kalt und glatt sind. Hauptsache eindeutig. Was bleibt, ist sich zurück zu lehnen und geduldig abzuwarten. Nun denn.
